Nadja Schubert Quartett: Franz Xaver Ohnesorg

Vor ziemlich genau fünf Jahren – bei der traditionellen Philharmonischen Nacht des Foyerteams der Kölner Philharmonie – stand eine Künstlerin mit einer Blockflöte auf der Bühne. Soweit noch nichts Außergewöhnliches für ein Konzert in der Kölner Philharmonie. Aber, welche Überraschung, die übrigen Musiker auf dem Podium waren nicht etwa Mitglieder eines Kammerorchesters, die im Begriff waren, ein Concerto grosso von Telemann oder Vivaldi anzustimmen, nein: es war eine Jazz – Band mit Klavier, Baß und Schlagzeug. Auf dem Programm ein Jazz – Standard von Chick Corea. Nadja Schubert hieß die außergewöhnliche Musikerin, sie studierte an der Kölner Hochschule für Musik. Nicht, daß sie im klassischen Fach nicht versiert gewesen wäre, schließlich war sie mehrmalige Preisträgerin des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Ihre Liebe aber galt dem Jazz.
Und als sie loslegte, da fragte man sich unversehens, wieso eigentlich noch niemand vor ihr auf die Idee gekommen ist, auf der Blockflöte Jazz zu machen.
So temperamentvoll, so swingend waren ihre Improvisationen. Das war der Anfang unserer Zusammenarbeit mit Nadja Schubert. Seitdem war sie des Öfteren bei uns zu hören, und der erste überraschende Eindruck hat sich bestätigt: Nadja Schubert ist eine überragende Musikerin mit dem seltenen Talent, Humor und Virtuosität, Ungewöhnliches und Bekanntes miteinander zu verbinden.